Montag, 3. August 2015

Fluss

Wann immer er zum Fluss hinunter sah, den steten Lauf des grünlichen Wassers betrachtete, dachte er an sie, die irgendwo da unten lag. Für immer in den kühlen, ruhigen Fluten.

Und er beneidete sie.


Freitag, 31. Juli 2015

Walking

They were walking down the street side by side.
Avoiding to touch or hold hands.
But they both knew it was a lie.


Mittwoch, 29. Juli 2015

Das Klad

Das Klad ist ein freundliches kleines Tier mit grüner Haut, sechs Beinen, einer grossen Nase und einem schwarzen Schwanz. Es röchelt.
Natürlich röchelt das Klad nicht ohne Grund! Früher wurde es auf dem Planeten Slaan als putziges Haustier in Aquarien gehalten. Denn das Ur-Klad war ein Wassertier mit Schuppen und Flossen.
Tagein, tagaus drehten die Ur-Klads ihre Runden in den Slaanischen Aquarien und waren ganz zufrieden, wenn sie ab und zu ein paar Kekse verfüttert bekamen. So ein Klad ist nicht sonderlich intelligent und braucht darum auch keine spezielle Unterhaltung. Es ist ganz zufrieden damit, Klad zu sein.

Doch eines Tages wurde das Wasser knapp auf Slaan. Das brachte die Slaaner in Bedrängnis. Einerseits mochten sie ihre putzigen Klads, andererseits brauchten sie das Wasser selber. Also beschlossen sie, ihre Klads in den wenigen verbleibenden Tümpeln auszusetzen.
Dort wurde es bald furchtbar eng, und die Klads, die es gewohnt waren, allein oder zu zweit in einem Aquarium herumzupaddeln, fühlten sich doch etwas unwohl. Ausserdem gab es nie genug Kekse für alle. So krochen die Klads immer öfters auch ans Ufer auf der Suche nach etwas Essbarem und ein wenig Ruhe.
In kurzer Zeit entwickelten sich ihre Flossen zu Beinen und ihre Schuppen zu einer glatten Haut. Das ist natürlich nicht ganz so einfach wie es tönt, denn für ein mittelmässig begabtes Tier wie das Klad ist es ganz schön knifflig, sechs Beine beim Laufen in Ordnung zu halten! Ausserdem hat es noch etwas Mühe damit, an Land zu atmen. Darum röchelt es.
So wackelt das Klad heute durch die Steppen von Slaan, versucht, nicht zu stolpern und freut sich, wenn man ihm einen Keks zuwirft! Und röchelt.

Mittwoch, 22. Juli 2015

Reise 2

"Wann kommst Du zurück?" hatte sie ihm noch nachgerufen, doch da war er schon um die Ecke verschwunden.

Blödmann, dachte sie bei sich und hoffte, dass es eine Weile dauern würde bis er wieder kam. Er kannte die Stadt kaum und verirrte sich bestimmt. Bei dem Gedanken kicherte sie schadenfreudig.

Dann kniete sie sich vor's Hotelbett und zog die kleine Schachtel hervor, die sie darunter versteckt hatte.

Dienstag, 21. Juli 2015

Reise 1

"Wann kommst Du zurück?" hatte sie ihm noch nachgerufen, doch da war er schon um die Ecke verschwunden.

Nachdem er eine Weile durch den Regen gegangen war und einige Male auf gut Glück die Richtung gewechselt hatte, schaute er sich verwundert um. Obwohl er diese Stadt nicht gut kannte, hatte er das Gefühl, plötzlich weit weg von dort zu sein, wo er weggegangen war. Die Häuser um ihn herum hatten seltsam geschwungene Formen und nur wenige kleine Fenster.

Plötzlich fiel ihm auch auf, dass er seit ein paar Minuten keinem Menschen mehr begegnet war. Eine unheimliche Stille herrschte, obwohl es mitten am Nachmittag war. Sogar der Regen schien fast lautlos zu fallen.

Montag, 20. Juli 2015

OH!

Schläfrig döste sie im Schatten vor sich hin. Die Sonne stand hoch am Himmel, ein leichter Wind blies, das gleichmässige Rauschen des Meeres drang leise bis zu ihr durch.


Sie machte die Augen halb auf und tastete nach dem kühlen Drink, fand aber nichts. Nun öffnete sie die Augen ganz und blickte zum Tischchen neben ihrem Liegestuhl. Doch da war kein Glas.

Stattdessen starrte sie ein kleiner, grüner Frosch mit rosa Tupfen an. “Quääk”, sagte der Frosch. 

Seufzend lehnte sie sich wieder zurück und überlegte, ob sich das Tier wohl in eine Portion Bananeneis verwandeln würde, wenn man es küsste.

Freitag, 17. Juli 2015

Besuch!


Gähnend schlurfte die Alte in die Küche. "Morgen, Dreckspatz", begrüsste sie den ausgestopften Pelikan auf dem alten Holzherd.


Noch halb im Schlaf kochte sie sich einen Kaffee. Gerade, als sie den dritten Löffel Zucker in die Tasse schütten wollte, klopfte es. Musste das wirklich sein? Es war doch erst kurz vor Mittag! Wieder klopfte es.

"Schon gut, ich komm ja schon", brummelte sie, rückte ihren blass-grünen Morgenmantel zurecht und öffnete die Tür.